Preisträger des Jahres 1992
Prof. Dr. Angelika
Brandt, geboren 1961, studierte Pädagogik und führte ihre
Dissertation am Alfred-Wegener- Institut für Polar -und
Meeresforschung in Bremerhaven durch. Ihre Dissertation zur
Besiedlungsgeschichte der Antarktis am Beispiel der Isopoda vor dem
Hintergrund der historischen Geologie, der Paläontologie und der
Klimatologie wurde mit dem Annette Barthelt-Preis ausgezeichnet.
Seit 1995 ist Frau Brandt Universitätsprofessorin für "Spezielle
Zoologie" im Zoologischen Institut und Museum der Universität
Hamburg. Dr. Gerhard Schmiedl, geboren 1965, studierte Geologie und
Paläontologie an der Universität Würzburg. Seine preisgekrönte
Diplomarbeit von 1991 über die Rekonstruktion quartärer
Ablagerungsprozesse in der antarktischen Tiefsee wurde an einem 14 m
langen Sedimentkern durchgeführt. 1994 promovierte Herr Schmiedl am
Alfred-Wegener- Institut in Bremerhaven und war danach als
wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen tätig.
Zur Zeit hält er sich für ein Jahr im Rahmen eines
Postdoc-Stipendiums an der Ohio State University in Columbus, USA,
auf.
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Preisträger des Jahres 1993Andrea Detmer,
geboren 1964, studierte bis 1992 in Bonn und Kiel Biologie und hat
im Rahmen ihrer von der Annette Barthelt-Stiftung ausgezeichneten
Diplomarbeit die ursprünglich aus der Medizin stammende Methode der
Durchflußzytometrie in der Biologischen Meereskunde eingesetzt.
Andrea Detmer promovierte Anfang 1995 am Institut für Meereskunde,
Kiel, im Fach Biologische Meereskunde. Als Gastwissenschaftlerin hat
sie sich in Australien an der Murdoch University, Perth, und an der
University of Adelaide sowie in den USA am Scripps Institution of
Oceanography, San Diego, aufgehalten. 1996 und 1997 war sie als
Wissenschaftsreferentin im Bundesministerium für Bildung,
Wissenschaft, Forschung und Technologie tätig und arbeitet seit 1998
als Wissenschaftsreferentin bei der Alexander von Humboldt-Stiftung.
Dr. Sebastian Gerland, geboren 1965,
studierte Geophysik an der Universität Frankfurt am Main.
Anschließend beschäftigte er sich im Rahmen seiner Dissertation am
Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven mit der zerstörungsfreien
Untersuchung physikalischer Eigenschaften von marinen Sedimenten. Er
promovierte 1993 im Fachbereich Geowissenschaften an der Universität
Bremen. Seine Doktorarbeit über die Bestimmung der Dichte mariner
Sedimente wurde mit dem Annette Barthelt Preis ausgezeichnet. Von
1993 bis 1996 setzte Sebastian Gerland seine Arbeit am
Alfred-Wegener-Institut fort und arbeitete über die physikalischen
Eigenschaften von Eis. Im Rahmen eines EU-Stipendiums konnte er die
Forschung an Eis, nun hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften,
am University College in London, England, fortsetzen. Seit 1997
arbeitet er am Norwegischen Polarinstitut in Tromsø über die
Reflektivität (Albedo) von Schnee und Meereis auf Spitzbergen.
Dr. Christopher Ned Wold erhielt den Annette
Barthelt Preis für seine am GEOMAR, Kiel, angefertigte Dissertation
und ist seit 1997 am National Center for Atmospheric Research,
Boulder, USA, tätig.
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Preisträger des Jahres 1994Dr. Beate Strehlow,
geboren 1963, studierte Marine Ökologie an der Universität Rostock
und promovierte dort 1993. Ihre preisgekrönte Doktorarbeit
beschäftigte sich mit Untersuchungen an Aalen und Aal-Larven aus dem
Nordatlantik. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser taxonomisch und
ökologisch orientierten Arbeit untersuchte sie in den folgenden 5
Jahren das Material an Aalen und Aal-Larven von der Biologischen
Anstalt Helgoland. Im Vordergrund stand hier die Frage, inwieweit
morphologisch-meristische Parameter bei der Klassifizierung der
Fische durch enzymatische und genetische Merkmale ergänzt werden
können. Das Untersuchungsmaterial für die preisgekrönte Arbeit
stammt von acht Forschungsexpeditionen in den Jahren 1982 bis 1989.
Die Auswertung der Daten bildeten wichtige Argumente gegen
bestehende Thesen zur Larvendrift der Aale im Atlantischen Ozean.
Dr. Bettina Bischof, geboren 1965, führte
ihr Hauptstudium der Biologie an der Universität Bremen durch. Ihre
am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven angefertigte und prämierte
Diplomarbeit hatte den Temperaturbedarf für das Wachstum, die
Reproduktion und das Überleben von grönländischen Algenarten zum
Thema. In ihrer Dissertation, die sie 1996 vorlegte, beschäftigte
sich Frau Bischoff-Bäsmann mit dem Temperaturbedarf und der
Biogeographie mariner Großalgen aus unterschiedlichen geographischen
Breiten. Die Temperaturansprüche der Arten wurden in Zusammenhang
mit der jeweiligen paläoklimatischen Geschichte gebracht und
zeigten, welch große Zeiträume für eine genetisch fixierte Änderung
der spezifischen Temperaturansprüche einer Algenart erforderlich
sind. Frau Bischoff-Bäsmann ist seit 1997 für den BAYER-Konzern
tätig.
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Preisträger des Jahres 1995Philip Bethge,
geboren 1967, studierte Biologische Meereskunde an der Universität
Kiel und arbeitet derzeit an seiner Dissertation über das
Schnabeltier Ornithorhynchus anatinus an der Universität in
Tasmanien/Australien. Die Arbeit befaßt sich mit dem Energiehaushalt
und der Tauchphysiologie des Schnabeltieres. Gleichzeitig arbeitet
Herr Bethge als freier Wissenschaftsjournalist für deutsche Medien
mit Veröffentlichungen im " Spiegel", "Kosmos" und "Geo". Seine
preisgekrönte Diplomarbeit hatte das Tauchverhalten und den
Energiehaushalt brütender Zwergpinguine in Tasmanien, Australien,
unter Verwendung eines 18 m langen Wasserkanals, zum Thema.
Dr. Thorsten Reusch, geboren 1965, studierte
Biologische Meereskunde an der Universität Kiel. Nach seiner
Promotion in Kiel im Jahre 1994 verbrachte er zwei Jahre an der San
Diego State University, USA, um über die Auswirkungen
eingeschleppter Organismen auf einheimische Seegrasbestände zu
arbeiten. Zur Zeit ist er als Marie-Curie- Stipendiat an der
Universität Groningen beschäftigt und entwickelt molekulare
DNA-Marker, um die Standortanpassung von Seegraspopulationen zu
untersuchen. Im Rahmen seiner preisgekrönten Dissertation führte
Herr Reusch als Forschungstaucher Freilandexperimente zu
Wechselwirkungen zwischen Seegraswiesen und Miesmuschelbänken in der
westlichen Ostsee durch. Dabei wurde auch der Einfluss von
Seesternen und Strandkrabben auf die Ausbreitung der Miesmuscheln
untersucht.
Solveig Bartels, geboren 1970,
fertigte ihre preisgekrönte Diplomarbeit an der Universität Rostock
an.
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Preisträger des Jahres 1996Dr. Jochen Knies,
geboren 1969, studierte Geologie an der Universität Giessen. Seine
mit dem Annette Barthelt - Preis ausgezeichnete Diplomarbeit
behandelt die spätquartäre Sedimentation am Kontinentalhang
nordwestlich Spitzbergens. Seine Untersuchungen verdeutlichten, daß
der nördlichste Ausläufer des Golfstroms auch während der letzten
Eiszeit bis in den Arktischen Ozean hinein eine saisonale
Eisfreiheit im Europäischen Nordmeer bewirkte und damit direkt als
Feuchtigkeitsquelle zur verstärkten Bildung von Inlandeismassen in
Europa beitrug. Seit seiner Promotion am Alfred-Wegener-Institut in
Bremerhaven im Jahre 1998 lebt Herr Knies in Norwegen und arbeitet
im Ocean Drilling-Schwerpunktprogramm an Sedimenten des Europäischen
Nordmeeres.
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Preisträger des Jahres
1997
Dr. Markus Harder, geboren 1965,
studierte Physik an der Universität Bremen und arbeitet seit 1996
als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Meereskunde in
Kiel. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf Computermodellen der
Atmosphäre, des Meereises und des Ozeans zur Untersuchung der
Klimavariabilität im Nordatlantik und in den Polarrregionen. Seine
preisgekrönte Doktorarbeit wurde am Alfred- Wegener-Institut in
Bremerhaven angefertigt. In dieser Arbeit wurden die Rauhigkeit und
das Alter des Meereises als zusätzliche Größen in ein Computermodell
eingeführt. Herr Harder beabsichtigt, an der Universität Kiel seine
Habilitation durchzuführen.
Boris Worm,
geboren 1969, studierte bis 1995 Biologische Meereskunde am Institut
für Meereskunde in Kiel. Seine prämierte Diplomarbeit führte er an
der Dalhousie Universität in Halifax, Kanada, durch. Dort
untersuchte er die Zonierung von Meeresalgen im unteren
Gezeitenbereich. Zur Zeit fertigt er in Kiel eine Doktorarbeit über
die Erhaltung und Gefährdung der Diversität und Funktion mariner
Lebensgemeinschaften an. Dabei sollen neue Konzepte der ökologischen
Forschung bei der Analyse und Lösung weltweit zunehmender
Umweltprobleme Anwendung finden.
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Preisträger des Jahres 1998
Dr. Uta Brathauer, geboren 1967, studierte
Geologie und Paläontologie an der Universität Bremen und wechselte
nach dem Diplom 1992 an das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven,
an dem sie bis 1996 ihre Dissertation anfertigte. Während dieser
Zeit hatte sie Gelegenheit, an zwei Expeditionen mit dem deutschen
Forschungsschiff Polarstern und dem französischen Forschungsschiff
Marion Dufresne teilzunehmen. Ein DAAD-Stipendium ermöglichte einen
Forschungsaufenthalt an der Oregon State University. In ihrer
preisgekrönten Doktorarbeit beschäftigte sich Frau Brathauer mit dem
Antarktischen Zirkumpolarstrom und konnte aus Sedimentablagerungen
klimatische Veränderungen der letzten 300 000 Jahre rekonstruieren.
Seit 1998 arbeitet sie am GeoForschungsZentrum Potsdam und
beschäftigt sich nun mit der Klimageschichte der letzten 10 000
Jahre anhand von Seeablagerungen in der Westeifel.
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Preisträger des Jahres 1999
Thomas Mock,
geboren 1971, studierte Biologische Meereskunde am Institut für
Meereskunde, Kiel, und fertigte seine 1998 eingereichte und
prämierte Diplomarbeit am Institut für Polarökologie der Universität
Kiel an. Seine ökologischen Untersuchungen zur Frühjahrsentwicklung
arktischer Meereisalgengemeinschaften wurden bereits auf Kongressen
vorgestellt und in einem Fachjournal publiziert.
Dr.
Claudia Willamowski, geboren 1967, studierte Chemie an der
Universität Kiel und fertigte 1994 - 1998 ihre Dissertation am
GEOMAR in Kiel an. Ihre Dissertation zum Verteilungsmuster von
Spurenmetallen im glazialen Nordatlantik zur Rekonstruktion der
Nährstoffbilanz in benthischen Foraminiferen wurde mit dem Annette
Barthelt-Preis ausgezeichnet. Frau Willamowski arbeitet zur Zeit am
CEREGE in Aix-Marseille.
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Preisträger des Jahres 2000
Dr. Katrin Meissner, geboren 1971, studierte
Ingenieurwissenschaften und physikalische Ozeanographie in
Frankreich. Ihre mit dem Annette-Barthelt-Preis ausgezeichnete
Doktorarbeit untersuchte den Übergang von einem Interglazial zu
einem Glazial sowie die Variabilität der thermohalinen Zirkulation
im heutigen Klima mit einem Klimarechenmodell. Seit ihrer Promotion
1999 am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven arbeitet Frau
Meissner an der University of Victoria in Kanada.
Birgit Obermüller, studierte biologische Meereskunde im
Hauptfach. Ihre Diplomarbeit schrieb sie am "Institut für
Polarökologie". Der Titel: "Charakterisierung arktischer
Mesozooplanktongemeinschaften während einer Winter-/Frühjahrs-
Übergangsperiode". In ihrer preisgekrönten Arbeit hat sie u.a. eine
in der Abteilung Fischereibiologie am Institut für Meereskunde
entwickelte biochemische Methode zur Klassifizierung des
Ernähungszustandes von Fischlarven erstmalig erfolgreich an
Copepoden angewendet. Sie ist derzeit am Alfred Wegener Institut in
der Benthos-Arbeitsgruppe tätig.
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Preisträger des Jahres 2001
Dr. Katrin Linse, geboren 1970, studierte Zoologie
an der Christian Albrechts Universität in Kiel und wechselte nach
dem Diplom 1996 an das Zoologische Institut und Museum, Universität
Hamburg. In ihrer preisgekrönten Doktorarbeit beschäftigte sich Frau
Linse mit den Magellanischen Mollusken (Muscheln und Schnecken) und
ihren biogeographischen Beziehungen zum Antarktischen Ozean. Seit
2000 arbeitet sie am British Antarctic Survey (BAS) in Cambridge und
beschäftigt sich nun mit Herkunft und Artbildungsraten der Marinen
Biodiversität in der Antarktis am Beispiel der Muscheln. Im Jahr
2002 übernahm Frau Linse die Leitung des BAS Kernforschungsprojektes
"Antarctic Marine Biodiversity: A Historical Perspective", das die
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Antarktischen marinen
Biodiversität untersucht. Derzeit wirkt sie massgeblich an der
Planung der künftigen Forschungsschwerpunkte des British Antarctic
Surveys mit.
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Preisträger des Jahres 2002
Dr. Walter Geibert, geboren 1971, studierte in
Trier Physische Geographie mit Schwerpunkten in den
Geowissenschaften Geologie und Hydrologie. In seiner aktuellen
Tätigkeit befasst er sich am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und
Meeresforschung in Bremerhaven mit der Anwendung natürlicher
Radionuklide als Tracer für biogeochemische Prozesse im Ozean. In
der prämierten Dissertation zeigte er die Eignung des seltenen
Elements Actinium für die Gewinnung von Rückschlüssen über die
Zirkulation des Tiefenwassers im Südozean.
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Preisträger des
Jahres 2003
Frau Dr. Mollenhauer hat ihre
Arbeit im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen unter
der Betreuung von Prof. Dr. G. Wefer angefertigt. In ihrer
Untersuchung befasst sich Frau Mollenhauer mit
Sedimentationsprozessen und Sedimentbilanzen von organischem
Material in spätquartären Sedimenten aus dem Südatlantik vor dem
Hintergrund des globalen Kohlenstoffkreislaufs. Die Ergebnisse der
Dissertation zeigen, dass zwischen Bildung organischer Substanz und
ihrer Ablagerung in Meeressedimenten vielfältige Prozesse
stattfinden, die zum Teil mehrere tausend Jahre dauern können.
Herr Hannes Baumann hat seine Arbeit am
Institut für Meereskunde der Universität Kiel angefertigt. Durch
eine Kooperation des Instituts für Meereskunde und des
North-East-Atlantic Fisheries Centre in St. John's, Neufundland,
Canada konnte Herr Baumann einen umfassenden Satz
fischereibiologischer Felddaten in Canada aufbauen. Die Arbeit
basiert auf moderne, zeitlich und räumlich kleinskalige Ansätze zur
Erforschung von Wachstumsmustern von Fischlarven und liefert neue
Ergebnisse im Bereich der selektiven Sterblichkeit und des
Einflusses von Umweltparametern.
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Preisträger des Jahres 2004
Herr Dr. Gussone hat seine Arbeit am GEOMAR
Forschungszentrum für marine Geowissenschaften an der Universität
Kiel unter der Betreuung von Prof. Dr. A. Eisenhauer angefertigt. Er
untersuchte in seiner Doktorarbeit, inwieweit Messungen von
Ca-Isotopen in marinen Karbonaten zur Bestimmung der
Wassertemperatur des Paläo-Ozeans geeignet sind. Neben der in der
Wissenschaft etablierten O-Isotopenbestimmung bilden die
durchgeführten Analysen eine vollkommen innovative Methode, die den
bisherigen Kenntnisstand zur Ca-Isotopengeochemie beträchtlich
erweitern.
Herr Diplom-Geologe Daniel Winkelmann
hat seine Arbeit an der Fakultät für Geowissenschaften, Geophysik
und Bergbau der Technischen Universität Bergakademie Freiberg unter
der Betreuung von Dr. J. Knies absolviert. Seine Untersuchungen
basieren auf der feinskaligen Analyse von Profilen des marinen
Oberflächensediments des Kontinentalschelfs im polaren Nordatlantik.
Die Sedimentstruktur fungiert dabei als Klimaarchiv und erlaubt
weitreichende Interpretationen über die Entwicklung unseres
Klimasystems.
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Preisträger des Jahres 2005
Der
Paläo-Ozeanograph Dr. Frank Kösters aus Kiel hat
seine Doktorarbeit "Modelling the Denmark Strait Overflow during the
last interglacial cycle" in der Forschergruppe Ozeanpassagen am
Institut fuer Geowissenschaften der Universitaet Kiel im Bereich
Paläo-Ozeanographie geschrieben. Er beschäftigte sich mit dem
Nordostatlantik, genauer gesagt mit der Dänemarkstraße, die zwischen
Island und Grönland liegt. Hier ist das Gebiet des größten südwärts
gerichteten Tiefenwassertransportes aus der Grönlandsee, der den
Ursprung der Ventilation des Weltozeans bedeutet. Die Untersuchungen
von Kösters konzentrierten sich auf die Überströmung der
Dänemarkstraße unter heutigen Bedingungen und denen der letzten
Eiszeit, denn die Menge des südwärts fließenden Tiefenwassers hängt
stark von den jeweiligen klimatischen Verhältnissen ab. Die
Ergebnisse von Kösters haben das Verständnis der ozeanischen Rolle
in langfristigen Klimaschwankungen deutlich verbessert.
Die
Geophysikerin Dr. Andrea Hampel aus Bern (Schweiz)
erhält den Preis für ihre Doktorarbeit "Subduction of the Nazca
Ridge at the Peruvian margin: Insights from geophysical data,
analogue and numerical modelling". Im Südostpazifik führte sie
geowissenschaftliche Untersuchungen zur tektonischen "Wanderung" des
untermeerischen Nazca-Rückens durch, der vor der peruanischen Küste
mit der dortigen Kontinentalplatte zusammentrifft. Die
Kollisionszone zeichnet sich durch häufig auftretende Erdbeben aus
und bedeutet somit ein großes Gefahrenpotenzial für die dort lebende
Bevölkerung. Mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE war Hampel
mehrmals vor Ort. Sie konnte mit Hilfe von Computersimulationen
nachweisen, dass die Geschwindigkeit, mit der der Nazca - Rücken
unter das südperuanische Festland taucht, sehr viel langsamer ist
als bisher angenommen. Hampel hat ihre Arbeit am
Geoforschungszentrum Potsdam angefertigt, mittlerweile arbeitet sie
an der Universität Bern, Schweiz.
Die Preisverleihung wurde
mit einem Vortrag von Herrn Prof. Dullo über das wissenschaftliche
Arbeiten an Bord von Forschungsschiffen beschlossen. Der Vortrag
vermittelte auch einen sehr schönen Einblick in die Schönheit und
Biodiversität von Kaltwasserkorallenriffen. In diesem Zusammenhang
wurden aber auch erschreckende Bilder zur Zerstörung dieser
einmaligen Ökosysteme durch die moderne Schleppnetzfischerei
gezeigt, eindringlicher kann nicht vermittelt werden, wie wichtig
die Beiträge der Meeersforschung sind zum Schutz und der Erhaltung
der marinen Artenvielfalt.
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Preisträger des Jahres 2006
Frau Dr. Vanessa Stelzenmüller erhielt den
Preis für ihre Doktorarbeit „Möglichkeiten und Grenzen
geostatistischer Verfahren in den Fischereiwissenschaften: Analyse
räumlicher und zeitlicher Variabilität von Fischpopulationen“. In
ihrer prämierten Arbeit hat Frau Stelzenmüller Fangdaten
bodenlebender Fische der Nordsee untersucht. Durch die Kopplung
dieser umfangreichen Datensätze mit modernsten statistischen
Verfahren und Modellen gelang ihr ein vollkommen neuartiger Einblick
in die Verbreitungsmuster dieser wirtschaftlich bedeutenden Fische
und damit ein essentieller Beitrag zur aktuellen Forschung an
wertvollen Nutztierbeständen der Meere, ein Hauptanliegen der
aktuellen Fischereibiologie. Frau Stelzenmüller ist auch gelernte
Bankkauffrau und hat sich danach dem Studium der Naturwissenschaften
gewidmet. Sie fertigte ihre Doktorarbeit an der Universität
Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Bundesforschungsanstalt für
Fischerei in Hamburg an. Gefördert wurde sie außerdem durch ein
Promotionsstipendium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), was
die Exzellenz ihrer Arbeit weiterhin dokumentiert.
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Preisträger des Jahres 2007
In
der (Diplom) Arbeit von Gunnar Voet geht es um
nordatlantische Tiefenwasserströmungen in der Dänemarkstraße, die
sich zwischen Island und Grönland befindet. In der Dänemarkstraße
strömt kaltes und schweres Wasser aus dem Europäischen Nordmeer nach
Süden und sinkt in große Tiefen. Gunnar Voet hat den Einfluss von
bestimmten Wasserwirbeln, den sogenannten „Eddies“, auf das hier
südwärts strömende Tiefenwasser mit Hilfe von Beobachtungsdaten und
Computermodellen untersucht. Dieses Tiefenwasser ist Teil der
globalen Umwälzbewegung, in der kaltes Wasser in der Tiefsee nach
Süden strömt und als Kompensation warmes Oberflächenwasser (z. B.
durch Golfstrom / Nordatlantischer Strom) nach Norden transportiert
wird. Die Arbeit von Herrn Voet ist deshalb auch ein Beitrag zu
Erforschung einer wichtigen Komponente unseres Klimasystems.
Der zweite Preisträger, Dr. Helge Niemann,
beschäftigte sich mit Schlammvulkanen und Gasquellen am Meeresboden,
die Methan entlassen, das jedoch gleich vor Ort von speziellen
Bakterien durch den Prozess der anaeroben Methanoxidation umgesetzt
wird. Er konnte diese besonderen Lebensgemeinschaften sowohl in
küstennahen Gewässern als auch in der Tiefsee nachweisen. Sie
konzentrieren sich als biologische „Hot Spots“ auf eng begrenzte
Orte. Ihre Verteilung und Aktivität wird durch den Weg des Methans
im Meeresboden bestimmt. Dank dieser Bakterien wird verhindert, dass
das Methan bis in die Atmosphäre gelangen kann, wo es als sehr
starkes Treibhausgas wirkt. Herr Dr. Niemann konnte seinen Preis
leider nicht persönlich entgegennehmen, da er auf einer
Forschungsreise war.
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Preisträger des Jahres 2008
Frau Dr. Sylvia Stegmann, geboren am 04. August
1977, hat an der Universität Bremen im Fachbereich Geowissenschaften
ihre Dissertation „Design of a free-fall penetrometer for
geotechnical characterisation of saturated sediments and its
geological application ” eingereicht. Frau Stegmann hat an einem
interdisziplinären Thema gearbeitet, das Ingenieurwissenschaften
sowie marin-geologische Grundlagenforschung verbindet. In ihrer
Dissertation hat sie ein sogenanntes Freifall-Penetrometer, ein
Gerät zur Messung geotechnischer Parameter in oberflächennahen
Sedimenten, entwickelt und in diversen Gebieten eingesetzt. Diese
Arbeit wurde in mehreren angesehenen internationalen
Fachzeitschriften zur Veröffentlichung gebracht.
Herr Marian Yung-An Hu, geboren am 24. Juni 1981, hat an
der Universität Bremen seine Diplomarbeit im Fach Marine Zoologie
mit dem Titel „Studies on the feeding physiology of the hydrothermal
vent crab Xenograpsus testudinatus (Decapoda, Brachyura)“
angefertigt. Herr Hu beschäftigte sich mit der Untersuchung der
Anpassung hydrothermaler Krabben an ihren Lebensraum in einem
tropischen Flachwassergebiet. Derzeit arbeitet er im Rahmen des
Kieler Exzellenz-Clusters „Ozean der Zukunft“ an seiner Dissertation
in der Arbeitsgruppe Ozeanversauerung (Prof. Frank Melzner) am
IFM-GEOMAR.
Nach der Vorstellung der ausgezeichneten
Forschungsarbeiten durch die Preisträger, hielt Herr Dr. Helge
Niemann vom Institut für Umweltgeowissenschaften der Universität
Basel einen Vortrag im Rahmen des Meereswissenschaftlichen
Kolloquiums mit dem Thema: " Rates and signatures of methane
turnover in sediments of continental margins". Herr Dr. Niemann war
Preisträger im Jahr 2007, konnte aber seine Auszeichnung 2007
persönlich nicht entgegennehmen, da er sich auf einer
Forschungsreise befand.
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Preisträger des Jahres 2009
Frau Dr. Esther Arning, geboren am 30. Juli 1980,
hat am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) an der
Universität Bremen über das Thema „Phosphogenesis in coastal
upwelling systems – bacterially-induced phosphorite formation”
promoviert. Frau Arning untersuchte unter anderem Sedimentproben aus
den küstennahen Auftriebsgebieten vor Namibia, Peru und Chile. Sie
konnte mit Hilfe von molekularen Biomarkern zeigen, dass
sulfatreduzierende und sulfidoxidierende Bakterien bei der
Phosphoritbildung eine entscheidende Rolle spielen. Dieser
geobiologische Ansatz hat ihr zu Ergebnissen verholfen, die als
bahnbrechend für das Verständnis der Phosphatentstehung im Ozean
angesehen werden können. Sie ist jetzt als PostDoc am Deutschen
Geoforschungszentrum Potsdam beschäftigt.
Herr Dr.
Florian Leese, geboren am 18. Juli 1978, hat an der
Ruhr-Universität Bochum und dem Alfred-Wegener-Institut in
Bremerhaven seine Dissertation mit dem Titel „The recent
evolutionary history of Antarctic and Subantarctic benthic isopods:
Development and Analysis of fast evolving molecular markers“
angefertigt. Das zentrale Thema der Arbeit behandelt die Evolution
der Biodiversität am Meeresboden des Südpolarmeeres lebender Tiere
insbesondere von Meeresasseln. Dabei wurden von Herrn Leese neue
molekularbiologische Methoden entwickelt, bei denen sogenannte
Mikrosatelliten, das sind nicht-kodierende DNA-Sequenzen, für die
Genanalyse untersucht werden. Herr Leese ist zur Zeit am Lehrstuhl
für „Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere“ an der
Ruhr-Universität Bochum beschäftigt.
Im Anschluss an die
Preisverleihung und die Vorstellung der prämierten Arbeiten hielt
Prof. Dr. Anton Eisenhauer (IFM-GEOMAR, Kiel) den Festvortrag mit
dem Thema: „Schlüsselexperimente zur Anamnese der Erde“.
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